Medizinischer Verein Greifswald e.V.
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Ausschreibungen

Der Medizinische Verein Greifswald schreibt jährlich einen Wissenschaftspreis aus. Das Preisgeld beträgt 2.000 €. Dieser Preis wird zu gleichen Teilen von der Sparkasse Vorpommern und dem Unternehmerverband Vorpommern und gestiftet.

Die Mitglieder der Findungskommission des Wissenschaftspreises sind:

1. Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Christof Kessler
     Vositzender des Medizinischen Vereins Greifswald e.V.
2. Herr Gerold Jürgens
    Stifter
3. Herr Uwe Seinwill
     Stifter
4. Herr Prof. Dr. M. P. Baur
     Wissenschaftlicher Vorstand
5. Frau Sylvia Langer
     komm. Kaufmännischer Vorstand
6. Herr Prof. Dr. Thomas Kohlmann
7. Herr Prof. Dr. Ewert
     stellv. Vorsitzender



Den Preis 2013 erhielt der junge Mediziner Benjamin Gebel für die ungewöhnliche Studie „So tickt der Mensch, wenn er Trompete spielt“.
Seit dem 6. Lebensjahr spielt der jetzt 27-jährige selbst Posaune. 2006 kam Benjamin Gebel aus Hamburg nach Greifswald, um Medizin zu studieren, die Posaune im Gepäck.
In der Uni Big Band, im Sinfonie-Orchester der Uni (USO), in der Band 'Und Hans' und nicht zuletzt auch im Posaunenchor der Johanneskirche konnte man ihn hören.
Musik ist für Benjamin Gebel ein wichtiger Ausgleich.

Seine Promotion auf dem Gebiet der Grundlagenforschung befaßte sich mit der Frage, wie sich bei Trompetern durch das jahrelange Üben das Gehirn verändert hat.

Mit dieser herausragenden Studie auf dem Gebiet der Musikforschung konnte der Preisträger die Jury überzeugen und sich gegen 5 Mitbewerber durchsetzen.

Sein Doktorvater, Prof. Lotze von der Funktionellen Bildgebung im Bereich der Diagnostischen Radiologie, war von diesem Promotionsthema begeistert.
Mit Hilfe der Magnetresonanztomogaphie verglich Benjamin Gebel die Hirnaktivitäten von Trompetern und Pianisten. Bisher gab es nur Forschungen an Pianisten und Streichern.
Für den Scan im MRT baute die Uni Tübingen extra ein Plastikmodell, weil man in der engen Röhre nicht Trompete spielen kann.

Ein Ergebnis der in der internationalen Fachzeitschrift NeuroImage ist: Für die Lippen verantwortliche Bereiche des Gehirns sind aktiv, obwohl nur die Finger auf der Trompete bewegt werden. ...
Die letzen sechs Jahre waren für Benjamin Gebel eine intensive Zeit. Im November schloß er das Examen ab und im Februar verteidigte er seine Promotion. Anfang April begann er in Lüneburg seine Facharztweiterbildung zum Anästhesisten. Er möchte später in die Forschung, persönlich wie emotional ist er der Musikforschung verbunden. ...
„Es war eine absolute Herausforderung“, erzählt der Trompeter Daniel Schwan. Mit Benjamin Gebel habe er viele Konzerte in Greifswald bestritten und sich gern für die Studie zur Verfügung gestellt. Er sieht sie als spannenden Mix aus Forschung und Leidenschaft an. Der Wissenschaftspreis für den Freund sei absolut toll.

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